Die Kunst des Liebens - heute!

Jahrestagung der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft e.V. in Kooperation mit der Akademie des Bistums Mainz von Freitag, 15. April, bis Sonntag, 17. April 2016 im Tagungszentrum Erbacher Hof, Grebenstr. 24-26, Mainz



 

KdL Original2016 wird es genau sechzig Jahre her sein, dass Fromms wohl bekanntestes Buch Die Kunst des Liebens publiziert wurde. In den vergangenen sechzig Jahren entwickelte sich der Titel zum meistverkauften Sachbuch aller Zeiten. Gleichzeitig aber haben sich auch das Verständnis von Liebe und die Art zu lieben geändert. Wie lesen junge Menschen von heute dieses Buch? Was heißt Liebesfähigkeit heute, wo immer mehr Menschen zwar verbunden sein wollen, aber ja nicht gebunden? Wie aktuell ist Fromms Theorie der Liebe?
Die Tagung möchte nicht nur die Partnerliebe im Blick haben, sondern auch der Frage nachgehen, welchen Stellenwert die Fähigkeit zu lieben für das Gelingen des Menschen und des sozialen Miteinanders überhaupt hat. Fromm selbst hat sein Verständnis von Liebe Anfang der Sechziger Jahre mit dem Begriff der Biophilie, der Liebe zum Leben, die allem Lebendigen als primäre Möglichkeit innewohnt, erweitert. Ohne Liebe gibt es kein Leben und Überleben. Was heißt dies heute?

 

 


Programm


Fromms Klassiker soll bei dieser Tagung aus aktuellen Perspektiven der Philosophie, Soziologie, Theologie, der Psychoanalyse und der Psychotherapie und Beratung beleuchtet werden. Referieren werden:


  • Prof. Dr. Elisabeth Beck-Gernsheim, München (Soziologie/Sozialpsychologie)

  • Dr. Gerd B. Achenbach, Bergisch Gladbach (Philosophie und Philosophische Praxis)
  • Prof. Dr. Jörg Splett, Offenbach (Religionsphilosophie und Anthropologie)
  • Dr. Rainer Funk (Erich Fromm und Psychoanalyse)

  • Dr. Martin Koschorke, St.Blaise-la-Roche (angefragt) (Paarberatung, Familientherapie)



Tagungsflyer mit Anmeldekarte


Tagungskosten


Dank der Kooperation mit der Akademie des Bistums Mainz werden die Tagungs- und Pensionskosten im neu gestalteten Bildungszentrum Erbacher Hof für Mitglieder mit 120 € im DZ pro Person und 140 € im EZ sehr günstig sein. Mitglieder der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft können bei Bedarf einen formlosen Antrag für einen Zuschuss von bis zu 50 Euro an die Geschäftsstelle stellen.


Anmeldung

Hier, direkt bei der Akademie in Mainz

ERBACHER HOF
Akademie des Bistums Mainz
Grebenstraße 24-26
55116 Mainz
Tel. 06131-257-0


Anmeldungen sind auch per Fax (06131-257-525) oder E-Mail: ebh.akademie@Bistum-Mainz.de möglich. Der Programmflyer samt Anmeldeformular ist ab Mitte Januar auch über unsere Website www.fromm-gesellschaft.de abrufbar. Ansprechpartnerin zur Tagung vor Ort ist Studienleiterin Silke Lechtenböhmer, M.A., Tel. 06131-257-522; E-Mail: Silke.Lechtenboehmer@Bistum-Mainz.de.


Anreise


Der Erbacher Hof liegt inmitten der Mainzer Altstadt in unmittelbarer Nähe des Mainzer Doms. In der eigenen Tiefgarage stehen 65 gebührenpflichtige Stellplätze zur Verfügung.

... mit dem Pkw:
Autobahnausfahrt Mainz-Laubenheim Richtung Innenstadt, Rheinstraße, links abbiegen in die Heugasse und geradeaus weiter in die Grebenstraße
– oder Autobahnausfahrt Mainz-Mombach Richtung Innenstadt, Rheinstraße, rechts abbiegen in die Heugasse und geradeaus weiter in die Grebenstraße.

... mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Vom Hauptbahnhof ca. 20 Minuten Fußweg. Rechts vor dem Hauptbahnhof fahren von der Haltestelle I alle Busse zur Haltestelle „Höfchen“. Von dort aus 5 Minuten Fußweg über den Domplatz. Vom Bahnhof „Mainz-Römisches Theater“ ca. 7 Minuten Fußweg Richtung Dom.


Zitate zur Einstimmung

Infantile Liebe folgt dem Prinzip: „Ich liebe, weil ich geliebt werde.“ Reife Liebe folgt dem Prinzip: „Ich werde geliebt, weil ich liebe.“ Unreife Liebe sagt: „Ich liebe dich, weil ich dich brauche.“ Reife Liebe sagt: „Ich brauche dich, weil ich dich liebe.“

(1956a, GA IX, S. 464)

 

Liebe ist nicht in erster Linie eine Bindung an eine bestimmte Person. Sie ist eine Haltung, eine Charakter-Orientierung, welche die Bezogenheit eines Menschen zur Welt überhaupt und nicht nur zu einem einzigen „Objekt“ der Liebe bestimmt.

(1956a, GA IX, S. 467)

 

Wenn jemand nur eine einzige andere Person liebt und ihm alle übrigen Mitmenschen gleichgültig sind, dann handelt es sich bei seiner Liebe nicht um Liebe, sondern um eine symbiotische Bindung oder um einen erweiterten Egoismus.

(1956a, GA IX, S. 467)

 

Die meisten Menschen sehen das Problem der Liebe in erster Linie als das Problem, selbst geliebt zu werden, statt zu lieben und lieben zu können.

(1956a, GA IX, S. 440)

 

Es gibt kaum ein Unterfangen, das mit so ungeheuren Hoffnungen und Erwartungen begonnen wurde und das mit einer solchen Regelmäßigkeit fehlschlägt wie die Liebe.

(1956a, GA IX, S. 442)

 

In der Liebe kommt es zu dem Paradoxon, dass zwei Wesen eins werden und trotzdem zwei bleiben.

(1956a, GA IX, S. 452)

 

Liebe ist etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt.

(1956a, GA IX, S. 453)

 

Die sexuelle Anziehung erzeugt für den Augenblick die Illusion der Einheit, aber ohne Liebe lässt diese „Vereinigung“ Fremde einander ebenso fremd bleiben, wie sie es vorher waren.

(1956a, GA IX, S. 472)

 

 

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