Rezension von Rainer Funk

In den USA manifestiert sich die Wiederbelebung des Denkens von Erich Fromm nicht nur in der Gründung einer Erich Fromm Society of North America und wichtigen Doktorarbeiten über Fromms Denken oder auch in ausdrücklichen Bezugnahmen einflussreicher Autoren (wie etwa Jeffrey Sachs) auf Fromms Theorien (zu Narzissmus und Gruppennarzissmus). Besonders sichtbar wird das neue Interesse an Fromm in Publikationen, die Fromms humanistischen Sozialismus neu entdecken und in die Gegenwart zu übersetzen versuchen.  

Unter dem Titel „Visions of a Sane Society. Fromm and Critical Theory for a Free, Democratoc, and Sustainable Future“ (erschienen bei Routledge in New York 2026, 301 Seiten) von Georges Lundskow und Lauren Langman. Die beiden Soziologie-Professoren (Lundskow an der Grand Valley State University in Michigan, Langman an der Loyola University of Chicago) haben schon verschiedene Bücher gemeinsam geschrieben. Das vor ein paar Wochen erschienene befasst sich sehr dezidiert mit Fromms Vorstellungen von „Wege aus einer kranken Gesellschaft“ (also einer „Sane Society“, wie der Buchtitel im englischen Original heißt). Thematisiert werden im Buch Fragen behandelt wie: „Können wir in Zeiten des Spätkapitalismus überhaupt noch ‚ganz menschlich‘ werden?“ Oder die Frage: „Star Trek or the Matrix?“ und dem Widerstreit zwischen universalem Humanismus und gegenwärtigem Technofaschismus. Ausführlich skizzieren die beiden Autoren ihre „Visionen“ von einer „sane society“. 

Kommentare sind geschlossen