Fromm-Studientag am 14. November 2026 von 10.00 bis 17.30 Uhr, Haus Am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Die Internationale Erich-Fromm-Gesellschaft und das Haus am Dom in Frankfurt am Main laden zu einer Tagung über Erich Fromms Buch „Haben oder Sein“ anlässlich des fünfzigsten Jahrestags seiner Veröffentlichung ein. „Haben oder Sein“ erschien 1976 und verkaufte sich seither mehr als zehn Millionen Mal in bis heute 26 Sprachen weltweit. Mit der Alternative Haben oder Sein thematisiert Fromm ein Grundproblem des menschlichen Lebens: Orientiert sich der Mensch in seinem Lebensvollzug am Haben, so verlässt er sich passiv auf Ideen, Werte, Dinge, Ideologien, Menschen und Gegenstände, die er sich äußerlich aneignen kann und damit zu einem Besitz macht. Er identifiziert sich mit diesem Besitz und lässt sein Leben durch fremde Kräfte bestimmen. Ein am Sein orientierter Mensch versucht dagegen im Lebensvollzug seine eigenen geistigen und körperlichen Kräfte und Fähigkeiten zu entfalten und sein Denken, Fühlen und Handeln aus sich selbst heraus zu bestimmen, um ein gutes Leben zu führen. In „Haben oder Sein“ geht es um nicht weniger als die Kunst des Lebens.
Im 21. Jahrhundert wird es Menschen immer einfacher gemacht, sich auf fremde Kräfte zu verlassen, die das Leben von außen regeln und bestimmen: Profit- und Machtstreben, staatliche Bürokratie, digitale Technik, Massenmedien und Massenkonsum bieten Lebenskonzepte als Industrieware an. Um so wichtiger ist es, Fromms Werk, seine Bedeutung und seine Aktualität für das 21. Jahrhundert fruchtbar zu machen.
„Mit den Begriffen Sein oder Haben meine ich nicht bestimmte Eigenschaften eines Subjekts, wie sie in Feststellungen wie “ich habe ein Auto“, „ich bin weiß“ oder „ich bin glücklich“ Ausdruck finden. Ich meine zwei grundsätzliche Existenzweisen, zwei verschiedene Arten der Charakterstruktur, deren jeweilige Dominanz die Totalität dessen bestimmt, was ein Mensch denkt, fühlt und handelt. … In der Existenzweise des Habens ist die Beziehung zur Welt die des Besitzergreifens und Besitzens, eine Beziehung, in der ich jedermann und alles, mich selbst mit eingeschlossen, zu meinem Besitz machen will. [Die] Existenzweise des Seins … bedeutet Lebendigkeit und authentische Bezogenheit zur Welt.“ (Erich Fromm: Haben oder Sein, 1976a, S. 290, 291)
Tagungsort:
Haus am Dom, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main
Kooperation:
Haus am Dom – Katholische Akademie Rabanus Maurus, Frankfurt am Main
Int. Erich-Fromm-Ges. e.V.
Tagungsgebühr:
regulär 29 €, ermäßigt 19 €; Aufschlag bei Mittagessen im Haus: 10 €
Anmeldung:
Anmeldung über die Website der Int. Erich-Fromm-Gesellschaft
Programm
Samstag, 07. November 2026
10.00 Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Jürgen Hardeck
10.15 Wer bin ich ohne Handy, Social Media und Chatbots?
Zur Aktualität der Alternative „Haben oder Sein“
Dr. Rainer Funk
11.15 Kaffeepause
11.45 Fromms Exemplarismus. Überlegungen zur philosophischen
Methode in Haben oder Sein
Cedric Braun M. A.
12.45 Mittagspause (Verpflegung im Tagungshaus oder außerhalb in Eigeninitiative)
14.00 Haben oder Sein? oder Was ist das gute Leben? Eine Gegenüberstellung
von Erich Fromm und Abraham Maslow
Benjamin Schramm M. A.
15.00 Haben oder Spielen? Erich Fromms Ideal in Erkenntnis, Charakter
und Kultur neu verstandenDr. Nils Bischof
16.00 Kaffeepause/Kuchen
16.30 Zur Bedeutung und Aktualität von Haben oder Sein im 21. Jahrhundert Podiumsdiskussion mit den Referierenden (Moderation: N.N.)
17.30 Abschluss der Tagung
Referierende
Prof. Dr. Jürgen Hardeck: Religionswissenschafler und Philosoph, Vorsitzender des Vorstands der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft e.V.
Dr. Rainer Funk: Psychoanalytiker, letzter Assistent und Nachlassverwalter von Erich Fromm, Vorstand der Erich Fromm-Stiftung und Leiter des Erich Fromm Instituts, Lehrbeauftragter der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin, Ko-Leiter des Erich Fromm Study Centers (IPU Berlin)
Cedric Braun M.A.: Doktorand im Fach Philosophie und Lehrassistent an der Universität St. Gallen, Forschungsinteressen im Bereich der Sozialphilosophie und Ethik, mit historischem Schwerpunkt auf John Dewey und Erich Fromm, Fulbright-Stipendiat sowie Fellow am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover
Benjamin Schramm M.A.: Doktorand im Fach Erziehungswissenschaft, Bachelor Soziale Arbeit, Master Erziehungswissenschaft, Mitglied im Erweiterten Vorstand der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft
Dr. Nils Bischof: Studium der Philosophie an den Universitäten Leipzig, Erfurt und Würzburg, Mitglied im Erweiterten Vorstand der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft, Mitherausgeber des Jahrbuchs Fromm Forum
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