Helmut Wehr: Liebe zum Leben heute

Dimensionen einer humanistischen Pädagogik

Schriften zur Pädagogischen Theorie, Band 15, Hamburg 2018208 Seiten, ISBN 978-3-8300-9919-2 (Print & eBook)

 

 

 

 

Helmut Wehr, Verfasser zahlreicher Schriften über Erich Fromm und Gründungsmitglied der Internationalen Erich-Fromm-Gesellschaft, gibt im vorliegenden Band eine Zusammenschau seiner langjährigen Beschäftigung mit Erich Fromm. […] Insgesamt ein ermutigendes Buch, das pädagogischer Resignation nicht das Feld überlässt.. Helmut Johach, in: Fromm Forum, 23 (2019)

Zum Inhalt: Helmut Wehr stellt die aktuelle gesellschaftliche Bedeutung einer humanistischen Psychologie im Sinne von Erich Fromm dar. Hierzu wird seine Position in Hinblick auf einen (interkulturellen) Dialog in einer globalisierten Moderne untersucht. Nach einleitenden biographischen Bemerkungen und der Darstellung Fromms Verhältnis zur Kritischen Theorie (Horkheimer, Marcuse, Adorno u.a.) und zur Humanistischen Psychologie (Fromm – Reichmann, Horney, Sullivan, u.a.) werden die wesentlichen Befunde von Fromms Sozialpsychologie dargestellt, die sich mit der gesellschaftlichen Formung der individuellen Psyche durch politische und ökonomische Strukturen der Marktgesellschaft befasst und in deren Zentrum die Dichotomie von Nekrophilie und Biophile / Lebensliebe steht. Die Analytische Sozialpsychologie, die Bedürfnis- und Gesellschaftscharakter-Theorie werden herausgearbeitet. Herauskristallisiert werden unterschiedliche Charaktertypen wie Autoritärer-, Narzißtischer-, Marketing-Charakter u.a.. Somit ist der Beitrag zugleich auch als eine knappe Einführung in Fromms Sozialphilosophie und -psychologie zu lesen, da zentrale Begriffe wie: Furcht und Flucht vor der Freiheit, Destruktivität, Biophilie, Liebe, Glück, Religion erschlossen werden. Die vielfältigen, z.T. impliziten pädagogischen Aspekte von Fromms humanistischem Denken werden herausgehoben. Deshalb wird die grundsätzliche Bedeutung von Fromms Theorie für Erziehung und Bildung dargestellt. Ausgelotet wird die Balance von Selbst- und Fremdbestimmung in der Erziehungspraxis von Erwachsenen und Kindern: rationale und irrationale Autorität. Die kommunikative Beziehung im Miteinander von Erwachsenen und Kindern wird als zentrales Moment herausgearbeitet. Darüber hinaus werden wesentliche Probleme der pädagogischen Praxis wie Kooperatives Lernen, Erlebnispädagogik, Gewaltprävention, Erziehung zur Achtsamkeit und Ungehorsam / demokratische Zivilcourage verdeutlicht. Die theoretische Lücke zwischen humanistischer Psychologie und humanistischer Pädagogik wird überbrückt und humanistische Theorie wirksam in die pädagogische Praxis übersetzt.

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